Private House Flynn Mews

Private House Flynn Mews

Lorcan O'Herlihy Architects ODOS architects

Obwohl die Stadt Dublin nach europäischen Standards nur wenige Hochbauten zählt und nicht sehr dicht bevölkert ist, finden sich im Stadtzentrum viele große Häuser an breiten Straßen oder Plätzen wie dem Merrion Square oder der Pembroke Road. Während an der Gebäude-Vorderseite jeweils eine üppige Fassade steht, war die Rückseite früher den Dienst- und Lieferanteneingänge sowie den Kutschhäuser und Stallungen vorbehalten, die an Pflasterstraßen lagen. Seit ungefähr 1980 - und ganz besonders während des Baubooms der letzten Jahre - wurden diese Stallungen und Kutschhäuser in den hinteren Gärten von einigen der führenden irischen Architekten entweder umgestaltet, oder abgerissen und neu gebaut. Diese neu entstandenen Bauten wurden dadurch in manchen Fällen genauso beliebt wie die Herrenhäuser.

Dieses Haus ist eine dieser Stallungen, die an der Rückseite eines georgianischen Reihenhauses an der grünen Pembroke Road am Südrand der Stadt gebaut wurde. Es wird erzählt, dass, als das ursprüngliche Haus 1847 gebaut wurde, die Eigentümer des Hauses eine schönere Aussicht haben wollten, sodass eine künstliche neoklassizistische Fassade errichtet wurde, um die schlichten Stallungen am Ende des Gartens zu verbergen.

Das Vorderhaus und die Stallungen gehören zurzeit einer irischen Familie, die in Amerika lebt. Es sollte eigentlich ein neues Haus gebaut werden, in dem die Familie während ihrer Besuche in Irland wohnen kann. So wurde das ursprüngliche Stallgebäude abgerissen. Die Baubestimmungen schrieben jedoch vor, dass die neoklassizistische Vorderseite erhalten bleiben musste und dass ein neues Haus sich durch dessen Ideen, Formen und Materialien deutlich als zeitgenössisch profilieren sollte. Dies führte zu einem Haus, das vom irisch-amerikanischen Architekten Lorcan O´Herlihy gebaut wurde. Der Bau wurde von Darrell O´Donoghue von ODOS Architects in Dublin geleitet, und das Ergebnis entspricht den Erwartungen der Planer voll und ganz.

Die Reynaers Lösung CS 77 wurde für die Türen verwendet

Ein Hauch von Luxus

Wenn man die von Bäumen gesäumte Allee verlässt, gelangt man zu einer Steinmauer, die all den anderen ähnelt, die sich in diesem Stadtteil finden. Sobald man aber das schwarze Metalltor passiert, erblickt man eine faszinierende schwarze Betonfassade im Farbton einer Schultafel. Das 270 qm große Haus besteht aus zwei Teilen. Der eine Teil hat eine tiefe, in weißem Putz ausgeführte Aussparung, die schräg gegenüber einem riesigen Fenster liegt. Diese weiße Aussparung dient als Veranda. Wenn man durch diese Veranda geht, gelangt man - noch immer im Freien - zu der neoklassizistischen Fassade, die jetzt die Rückseite dieses Teils des Hauses darstellt. Beim Betreten des anderen Gebäudeteils eröffnet sich dem Betrachter ein hoher lichtdurchfluteter Raum mit Küche sowie Ess- und Wohnbereich. In den Boden darunter integriert befinden sich zwei Schlafzimmer. An der Rückseite im Erdgeschoss befinden sich ein weiteres Schlafzimmer sowie ein großer Familienraum. Innen wurde der schwarze Beton für die Ausführung der Decken verwendet, während der weiße Marmor und das Zebranoholz dem Interieur einen besonderen Hauch von Luxus verleihen.

Grosse Glasflächen in
Kombination mit der
ReynaersLösung CW 50-SC

Spiegel seiner selbst

Die neoklassizistische Fassade blieb unberührt, weil die beiden Bauvolumen die Fassade einfassen. Die Bauvolumen sind intern über eine Glas- und Metallbrücke im Erdgeschoss miteinander verbunden. Dadurch ist es möglich, sich durch den privaten Innenhof von innen nach außen zu bewegen. Die Glasfassade widerspiegelt die ursprüngliche Fassade, indem sie ihr auf spielerische Weise einen Spiegel vorhält. Bei dieser raumtechnisch durchdachten und komplexen Lösung wurde der Platz optimal genutzt. Durch die Aufteilung des Hauses in zwei Volumen konnte viel Glas eingesetzt werden. Die Reynaers- Lösung CW 50-SC in Schwarz war ideal für die Ausführung der Fenster, während das System CS 77 für die Ausführung der Türen eingesetzt wurde. Durch eine kleine Anpassung am Lüftungsprofil der Türen konnte das Glas direkt mit der Profil-Oberfläche verleimt werden. So ist von außen her kein Rahmen erkennbar und das Licht fällt ungehindert ins Gebäude. Dies verleiht dem gesamten Haus eine erstaunlich klare und raffinierte Ausstrahlung. Der Fassadenbauer und der Bauunternehmer hatten bereits früher zusammengearbeitet, sodass die Zusammenarbeit und das Verständnis für das Gebäude auch hier optimal waren. Und das ist durchaus zu erkennen: Das neu erbaute Haus an der Rückseite ist jetzt mindestens genauso faszinierend wie das an der Vorderseite des Grundstücks.

Verarbeiter: 
Eden Aluminium Ltd.
Architekt: 
Lorcan O'Herlihy Architects ODOS architects
Ort: 
Dublin, Ireland
Fotograf: 
Enda Cavanagh
andere Partner: 
Oikos Builders (General contractors)
benutzt Reynaers Systeme: