Insead

Insead

Lehoux et Phily

Vor fast 50 Jahren wurde im französischen Fontainebleau die Business School INSEAD gegründet, die sich mittlerweile zu einer der weltweit angesehensten Management-Schulen entwickelt hat. Das Herz dieses beeindruckenden Campus erblühte unter den Händen der Architekten ‚Lehoux en Phily’ in neuem Glanze.   Fontainebleau wird häufig mit dem Schloss von König Franz I., dem umliegenden Forst und dem Kletterfelsen assoziiert. Aber auch die INSEAD repräsentiert das Erbe, dieser nahe von Paris gelegenen Königsstadt, als ein äußerst markantes Zeichen des heutigen Zeitgeistes. Mit seinem ausgestreckten Campus gilt das ‚Institut Européen d’Administration des Affaires’ (Europäisches Institut für Verwaltungswissenschaften) als Eliteeinrichtung. Diese Einrichtung repräsentiert nach Aussage der britischen Financial Times, dank des mächtigen internationalen Netzwerks der Ehemaligen die dort ihr Diplom gemacht haben, den achten Platz weltweit. Seit seiner Gründung in den sechziger Jahren wuchs der Campus in Fontainebleau um zahlreiche neue Gebäude an, um mit der nicht abreißenden Entwicklung auch baulich Schritt halten zu können. Dem Architekturbüro ‘Lehoux et Phily’ wurde die Ehre zuteil, einen entsprechenden ‘Masterplan’ auszuarbeiten und das Gelände mit einer Fläche von fast 30.000 m2 neu zu gestalten.  

ARCHITEKTONISCHE MEISTERLEISTUNG

Im Rahmen der Renovierung des gesamten Campus haben die Architekten nicht nur neue Objekte wie das ‘Plessis Mornay’ entworfen, sondern auch die ‚Tour-Galerie’, das allererste Gebäude der INSEAD, wurde wieder neu aufgebaut. “Diese Kombination aus dem Kreieren neuer Bürogebäude und einem Gesamtentwurf für ein Fußgängergebiet, verschaffte uns die Möglichkeit auf in einem Areal tätig zu werden, das einerseits von Wald eingesäumt ist, sich andererseits aber auch im Herzen einer herausragenden, internationalen Institution befindet, welche aufgrund der Qualität ihrer Lehre berühmt ist”, unterstreichen die Architekten bei der Präsentation der Renovierungsarbeiten der‚Tour-Galerie’, die nicht nur eine symbolische Funktion besitzt, sondern auch als Vorbild dient. Das Gebäude wurde aus zwei Teilen hochgezogen: Dem Turm, bestehend aus drei Ebenen, und der Galerie, bestehend aus zwei Ebenen. Eine Gesamt-Grundfläche von gut 3.000 m2 bildet das Herz der INSEAD. Diese ‚Tour-Galerie’ fungiert als Hauptgebäude der Schule zu Empfangszwecken. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass dieses Gebäude aus den frühen sechziger Jahren stammt, also der Gründungsperiode der INSEAD, ist es geradezu ein Symbol für die Geschichte des Instituts geworden. Bei der Renovierung des Objektes haben sich die Architekten ‚Lehoux en Phily’ dafür entschieden, den existierenden Bauplan beizubehalten, vor dem Hintergrund zu Beginn des neuen Studienjahrs 2006, ein symbolträchtiges und völlig neu strukturiertes Bauwerk übergeben zu können. Im Januar 2005 begannen die Renovierungsarbeiten auf dem Gelände. Zunächst wurden die alten Vorhangfassaden demontiert und um das Gebäude schnellstmöglich gegen Niederschläge zu schützen, entschieden sich die Architekten für das Reynaers Aluminium ‘Paneel-System’ (Fassade CW 86-EF, Typ VEP). Dieser Typ nicht-tragender Glasfassaden erfüllte die in der Leistungsbeschreibung gestellten Anforderungen, im Hinblick auf die 2.800 m2 umfassende Fassadenfläche, am besten.  

ODE AN DIE VORHANGFASSADE

Um in den Fassaden sehr feine Verarbeitungsstrukturen zu erhalten, bei denen kein Unterschied zwischen feststehenden und öffnenden Elementen zu erkennen ist, haben sich die Architekten aus ästhetischen Gesichtspunkten für ein Glasfassadensystem aus Aluminium entschieden. Alle CW 86-EF-Paneele bieten, sowohl innen als auch außen, ohne sichtbaren Unterschied, eine “gleichmäßige Aussicht”, da Pfosten und Leisten eine gleiche sichtbare Dicke von 86 mm besitzen. Neben den in erster Linie gestellten Anforderungen an eine formschöne Gestaltung war es auch von ausschlaggebender Bedeutung, dass sich dieses System schnell am Gebäude anbringen ließ, da die großen Glaselemente bereits komplett in der Fabrik vorgefertigt worden sind. Das heißt, dass alle Bestandteile (Strukturen, Füllmaterialien und öffnende Elemente) bereits integriert waren. Dank dieser Verfahrensweise konnte nicht nur eine umfassende Qualitätsverbesserung gewährleistet werden, sondern ließ sich auch eine bedeutende Zeiteinsparung bei der Montage vor Ort realisieren. Die Holzstrukturen wurden mit Profilstahl, mit thermischer Unterbrechung, und Zwischenwänden versehen. Sie wurden komplett in die tragende Struktur integriert und sie entsprechen allen Dämmungsanforderungen. Die zahlreichen Dichtungsfugen, deren Ränder aus EPDM gefertigt sind, gewährleisteten eine Abdichtung gegen Wasser und verbesserten die Wärme- und Schallisolierung.

Was Letzteres anbelangt war für dieses Bauwerk eine Schallreduzierung von 35 dB vorgeschrieben. Auf Anordnung des Architekten wurden die Fassaden mit zwei verschiedenen Arten sich öffnender Elemente ausgestattet. Im Hinblick auf die Sicherheit (Feuerwehrzugang) wurden auf der Westseite mit italienischen Öffnungen (Scharniere an der Oberseite) und an der Nord- und Südseite mit englischen Öffnungen (nach außen). Die Paneele aus hellem, mattiertem oder emailliertem Glas wurden in verschiedenen Grautönen ausgeführt, so dass bei Einbruch der Dunkelheit ein wunderschönes Lichtspiel und tagsüber eine behagliche Atmosphäre entsteht, die an jedem Arbeitsplatz unentbehrlich ist. Die Büros der Direktion und des Dekans dieser Prestigeeinrichtung befinden sich im obersten Geschoss des historischen Gebäudes. Der von einem japanischen Landschaftsarchitekten angelegte Innenhof bietet dem Verwaltungspersonal einen abwechslungsreichen Ausblick, der die Arbeit bei der Verwaltung der INSEAD erleichtert und damit die zukünftige Grundlage dafür schafft, dass sich das Institut weiterhin zur Weltspitze der Management-Schulen zählen kann.

Verarbeiter: 
Stim Technibat
Architekt: 
Lehoux et Phily
Ort: 
Fontainebleau, Frankreich View on map
Fotograf: 
Fabrice Aygalenq
andere Partner: 
Insead (Investors) Leon Grosse (General contractors)
benutzt Reynaers Systeme: