Skip to main content
  • Richard Meier & Partnerss Architects LLP

Arp Museum

Remagen-Rolandseck - Deutschland - 2007

Richard Meier‘s Arp Museum in Remagen in der Nähe von Bonn war bereits zu dem Zeitpunkt ein Klassiker, als die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im September 2007 die offizielle Eröffnung vornahm.   Das Arp Museum, in der Fachpresse gepriesen als”ein Gebäude, das zum Besten gehört, was Meier bis zum heutigen Tage geschaffen hat”, gehört zweifellos in seinem umfangreichen Oeuvre zur Spitzenklasse. Das Museum, das auf einem Hügel über dem Rhein thront, fügt sich als Werk in die Serie zeitloser Museumsarchitektur, die Meier seit den siebziger Jahren realisiert hat: vom Atlanta High Museum in Atlanta und dem Getty Center in Los Angeles bis hin zum Ara Pacis Museum in Rom. Die Geschichte des Arp Museum reicht bis in das Jahr 1978 zurück, als der Amerikaner Richard Meier (Newark, New Yersey 1934) den Auftrag erhielt, einen angemessenen Rahmen für die Unterbringung der Kollektion der Künstler Hans Arp und dessen Frau Sophie Täuber-Arp zu kreieren. Es sollte bis weit in die neunziger Jahre hinein dauern, bis der Entwurf des Museums definitive Formen angenommen hat. War Meier schon bei der Auftragserteilung ein Berühmtheit, so stieg sein Ruhm mit dem Baubeginn auf Weltniveau. Meier führte damals, als er mit dem Bau des Arp Museum betraut wurde, schon seit 15 Jahren ein eigenes Architekturbüro. Nach seinem Studium an der Cornell University in Ithaca arbeitete er unter anderem für Skidmore, Owings & Merrill und Marcel Breuer. 1963 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und setzte sich schon rasch mit einer Reihe strahlend weißer Wohnhäuser vom Herkömmlichen ab, häufig in einem dramatischen Kontrast zum Umfeld.

WEISS

Weiß war immer die von Meier für seine architektonischen Schöpfungen bevorzugte Farbe. Auch hier gilt eine Paraphrase auf das berühmte Zitat von Henry Ford, der meinte, dass der T-Ford in allen Farben lieferbar sei, solange es nur Schwarz ist. Meier, das heißt Architektur in Weiß, in all ihren möglichen Abstufungen. Und dass ein solches Weiß zahlreiche Erscheinungsformen besitzt, zeigte sich, als Richard Meier vor einigen Jahren für einen niederländischen Farbenfabrikanten eine Farbpalette zusammenstellen durfte, die insgesamt 50 Weiß-Varianten umfasste. Als er 1984 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde, einem der wichtigsten Architektur-Awards der Welt, umschrieb Meier diese seine Vorliebe wie folgt: “Weiß war immer schon das Symbol für Perfektion, Reinheit und Klarheit. Wenn wir uns fragen, warum dies so ist, werden wir begreifen, dass dort, wo andere Farben, je nach Kontext, einen relativen Wert besitzen, Weiß immer seine Absolutheit bewahrt. Und zugleich kann es selbst als Farbe fungieren. Vor einem weißen Hintergrund kommt das Spiel von Licht und Schatten, Masse und Raum erst richtig zum Tragen.” Weiß ist die Farbe der Perfektion und der Reinheit, und das stellt hohe Anforderungen an eine weiße Architektur, die mit der Raffinesse, in der sie aufgebaut worden ist, steht und fällt. Bei der Architektur des Arp Museum ist dies ganz gewiss der Fall. “Die Qualität von Bau und Verarbeitung lässt sich schlechthin als grandios bezeichnen”, so die lobende Meinung der Kritiker. “Für mich”, so Meier, “ist Weiß die Farbe, die bei Tageslicht die Wahrnehmung aller Farben des Regenbogens reflektiert und intensiviert, aller Farben, die sich in ihrer Art ständig verändern, denn das Weiße von Weiß ist nicht einfach so nur weiß. Es wird nahezu immer durch das Licht und die Faktoren transformiert, die eine Veränderung bewirken: den Himmel, die Wolken, die Sonne und den Mond.“  

TRANSPARENZ

Vor diesem Hintergrund besitzt Transparenz für die Architektur von Meier eine ebenso essenzielle Bedeutung wie das Weiße. Weiß und Tageslicht sind, wie er es beschreibt, unlöslich miteinander verbunden. Und in der Architektur des Arp Museum fand der Architekt eine perfekte Balance zwischen Tageslicht und Weiße, in einem erhabenen, hellen Gebäude. Diese Leichtigkeit kommt, betritt man das Museum, sehr dominant zum Ausdruck. Der Eingang befindet sich unten im Bahnhof Rolandseck, am Fuße des Hügels gelegen. Neben einem aktiv genutzten Bahnhof auf der Strecke Koblenz-Bonn, der Ende der sechziger Jahre vor der Abrissbirne gerettet werden konnte, umfasst dieses Gebäude einen Ausstellungsraum und ein Bistro. Vom Bahnhof aus wird der Besucher über einen langen Gang und einen ersten Ausstellungsraum in einen Betontunnel geleitet, der in einem Aufzug mündet, über den man in das eigentliche Museum gelangt, das sich an den Hügel schmiegt. Oben angelangt, betritt der Besucher über eine transparente Fußgängerbrücke das Museum, von wo aus sich ihm eine beeindruckende Aussicht auf die Flusslandschaft bietet, und wo – von Meier und seinem Team installiert – in einem Meer aus Licht und Raum die Kunst von Hans Arp zu bewundern ist und wo sich auf einer tiefer gelegenen Ebene wechselnde Ausstellungen präsentieren. So wie Weiß nicht nur einfach die Abwesenheit von Farbe ist, sondern deren Intensivierung und Sublimation, so ist Transparenz nicht das Fehlen eines undurchsichtigen Mediums alleine. Wie seltsam es auch immer klingen mag, die Transparenz von Meier entsteht durch die Anmut des Undurchsichtigen. Und umgekehrt lässt die Architektur die Transparenz nicht verschwinden, sondern verstärkt sie vielmehr. Die Transparenz erhält bei Meier durch Rahmen und Sonnenschutzeinrichtungen Kontur. Die von Reynaers produzierten Lamellen auf der Fassade dämpfen das Licht im Ausstellungsraum, filtern die atemberaubende Aussicht auf die Rheinebene und verleihen der Transparenz darüber hinaus Form und Gestalt.

benutzt Reynaers Systeme

Beteiligte Akteure

Architekt

  • Richard Meier & Partnerss Architects LLP

Verarbeiter

  • Rupert App GmbH & Co

Fotograf

  • Linie Fotoform
  • Roland Halbe